
Mit einem Zwölf-Meter-Birdie-Putt auf Loch 18 erzwang Esther Henseleit das Stechen – und raubte Chiara Tamburlini den letzten Solheim-Cup-Qualiplatz.
Kuwaki gewinnt das 50. AIG Women's Open
Royal Lytham & St Annes war Schauplatz eines der dramatischsten Finaltage in der jüngeren Geschichte des Majors: Shiho Kuwaki gewann die 50. Ausgabe des AIG Women's Open in einem Stechen über zwei Extra-Löcher und sicherte sich damit ihren ersten Major-Titel sowie ein Preisgeld von 1,5 Millionen Dollar aus einem Gesamtpreis von zehn Millionen Dollar. Den Weg ins Stechen erzwang ihr Gegner auf eigentümliche Weise: Esther Henseleit versenkte auf dem 72. Loch einen Birdie-Putt aus rund zwölf Metern – einer der dramatischsten Schläge des Jahres. Im Stechen schied die Deutsche auf dem zweiten Extra-Loch aus, nachdem ihr Abschlag einen Marshal traf und der Ball ins Ginsterdickicht abprallte. Trotz des bitteren Endes war es Henseleit's bestes Major-Ergebnis der Karriere.
Tamburlinis Wochenende endet früh und in Tränen
Während Henseleit um den Titel kämpfte, war die Schweizerin Chiara Tamburlini da längst außen vor. Mit einer Auftaktrunde von 75 (+5) und einer zweiten Runde von 74 (+3) verpasste sie bei einem Gesamtergebnis von 149 (+10) den Cut deutlich. Besonders schmerzhaft: Tamburlini war mit einem Vorsprung von 1,1 Punkten auf Helen Briem als Zweite der LET Solheim Cup Points-Wertung ins Turnier gegangen – und hatte ein starkes Resultat gebraucht, um den letzten automatischen Qualifikationsplatz abzusichern.
Im Gespräch mit Sky Sports brach Tamburlini in Tränen aus. „Ich will diesen Solheim-Cup-Platz so sehr – aber manchmal hindert einen dieser Wunsch, etwas unbedingt zu wollen, gerade daran, die eigene Leistung abzurufen", sagte sie. Und weiter: „Ich bin natürlich sehr enttäuscht, das Wochenende nicht spielen zu dürfen. Ich hoffe wirklich, dass ich den Platz trotzdem noch bekomme – und wenn das so kommen sollte, wäre es eine enorme Motivation für die nächsten Turniere."
0,9 Punkte – eine ganze Welt
Henseleit's Vizeplatz generierte genügend LET-Punkte, um Tamburlini in der Qualifikationswertung zu überholen. Der Abstand zwischen den beiden betrug am Ende exakt 0,9 Punkte. Henseleit wurde als zweite automatische Qualifikantin für das europäische Solheim-Cup-Team bestätigt, hinter Charley Hull, die die Wertung mit 264,18 Punkten anführte. Insgesamt wurden nach dem AIG Women's Open acht automatische Plätze vergeben.
Keine Captain's Pick für die Schweizerin
Tamburlinis letzte Hoffnung ruhte auf einem Captain's Pick von Teamchefin Anna Nordqvist. Die Schwedin entschied sich jedoch für vier andere Spielerinnen: die erfahrene Leona Maguire, für die es bereits mindestens der vierte Solheim-Cup-Einsatz ist, sowie drei Rookies – Julia Lopez Ramirez (Spanien), Nastasia Nadaud (Frankreich) und Mimi Rhodes (England). Für Tamburlini bedeutet die Nichtberücksichtigung: Ihr Debüt im europäischen Team wird weiter warten müssen.
Blick nach vorne
Tags nach Turnierabschluss meldete sich Tamburlini auf Instagram zu Wort – kämpferisch und nach vorne gewandt: „Ein verpasster Cut tut immer weh. Aber manchmal zeigt sich Fortschritt nicht auf der Ergebnisliste. Die letzten Wochen waren hart, doch ich spüre, dass mein Spiel sich in die richtige Richtung entwickelt – und daran werde ich weiter anknüpfen." Der Solheim Cup 2026 findet vom 11. bis 13. September im Bernardus Golf in den Niederlanden statt. Esther Henseleit wird dabei sein. Chiara Tamburlini nicht.
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