
Kapitänin Anna Nordqvist schickt zwölf Europäerinnen in den Solheim Cup (Matches vom 11. bis 13. September, Bernardus Golf) — darunter vier Rookies und mit Esther Henseleit Deutschlands Vertreterin, die sich in einem dramatischen Finale den Startplatz sicherte.
Bernardus Golf in Cromvoirt, Provinz Nordbrabant: Am 11. September trifft Team Europa auf Team USA beim Solheim Cup 2026 — und zum ersten Mal in der Geschichte des Turniers ist die Niederlande Gastgeber des prestigeträchtigsten Teamwettbewerbs im Damengolf. Kapitänin Anna Nordqvist hat ihr Aufgebot von zwölf Spielerinnen komplett. Die Analyse — mit besonderem Blick auf Esther Henseleit als Deutschlands Vertreterin.
Nordqvist legt die Schläger weg
Anna Nordqvist hatte als Spielerin und als Kapitänin gleichzeitig zu kämpfen — bis sie Ende August eine weitreichende Entscheidung traf. Die Schwedin und dreifache Majorgewinnerin erklärte ihren Rücktritt vom Wettspielbetrieb. Ihr letztes Turnier war die FM Championship in Boston. Auf Instagram schrieb sie: „Vor 20 Jahren kam ich mit zwei Koffern, einer Golfbag und dem Traum in die USA, eines Tages mit den besten Golferinnen der Welt zu konkurrieren. Mit einem dankbaren Herzen habe ich beschlossen, vom Wettspielbetrieb zurückzutreten, um mich auf meine Gesundheit und meine Familie zu konzentrieren." Seitdem widmet sie sich vollständig ihrer Rolle als Kapitänin. An ihrer Seite stehen die Vizekaptäninnen Caroline Hedwall, Mel Reid und Anne van Dam — letztere als Niederländerin ein bewusstes Signal in Richtung Heimturnier.
Die acht Qualifikantinnen
Der Weg in Nordqvists Team führte über zwei Routen: die LET-Solheim-Cup-Punkteliste (die besten zwei) sowie die Rolex Women's World Golf Rankings (die sechs nächstbesten Europäerinnen, die noch nicht über die Punkteliste qualifiziert waren).
Via LET-Punkteliste:
- Charley Hull (England) – Eine der erfahrensten Spielerinnen im Team, in der Weltrangliste um Platz sieben geführt und eine der gefürchtetsten Matchplayspielerinnen Europas.
- Esther Henseleit (Deutschland) – Qualifikation auf den letzten Metern, mit einem Moment, der dem deutschen Golf lange in Erinnerung bleiben wird.
Via Rolex-Weltrangliste:
- Lottie Woad (England) – Rookie, um Weltranglistenplatz fünf geführt — außergewöhnlich für eine Debütantin.
- Maja Stark (Schweden) – Hat bereits Solheim-Cup-Erfahrung gesammelt.
- Céline Boutier (Frankreich) – Ebenfalls keine Unbekannte auf der Teamwettkampfbühne.
- Carlota Ciganda (Spanien) – Routinierin schlechthin, mehrfache Solheim-Cup-Teilnehmerin und eine Führungsfigur im Team.
- Linn Grant (Schweden) – Solide in der Weltrangliste, bringt Tour-Erfahrung auf beiden Seiten des Atlantiks mit.
- Nanna Koerstz Madsen (Dänemark) – Komplettiert die Achtergruppe der Qualifikantinnen.
Vier Wildcards, vier Botschaften
Am 4. August, einen Tag nach dem Abschluss der AIG Women's Open, benannte Nordqvist ihre vier Captain's Picks. Jede Entscheidung ist eine Aussage.
Leona Maguire (Irland) — der erfahrene Anker: Die Irin bestreitet ihren vierten Solheim Cup in Folge. In zwölf Matches holte sie 8,5 Punkte — eine außergewöhnliche Ausbeute. Nordqvist ließ keinen Zweifel offen: „Leona hat beim Solheim Cup bewiesen, was sie kann. Sie ist eine Spielerin, die du in deinem Team haben willst — besonders im Matchplay. Ich würde lieber mit ihr als gegen sie spielen." Maguire selbst: „Ich liebe den Solheim Cup, er holt das Beste aus meinem Spiel heraus. Ich freue mich sehr, Teil von Team Europa zu sein."
Julia Lopez Ramirez (Spanien) — das neue Gesicht: Ein Solheim-Cup-Debüt für die Spanierin, die Nordqvist als „großartige Ballschlägerin mit toller Persönlichkeit" beschrieb. Lopez Ramirez war kaum zu bremsen: „Ich lebe gerade den Traum. Das ist das, wovon man als Kind träumt. Ich bin auf Wolke neun."
Nastasia Nadaud (Frankreich) — die aufsteigende Kraft: Nordqvist betonte, die Französin sei in der gesamten Qualifikationsphase konstant besser geworden. Nach ihrem ersten LET-Titel spielt Nadaud eine solide erste Saison auf der LPGA Tour. Ihre Reaktion auf den Anruf der Kapitänin: „Unglaublich! Wenn mir das vor sechs Monaten jemand gesagt hätte, hätte ich es nicht geglaubt. Es ist ein Heimspiel auf europäischem Boden — das ist ein Traum."
Mimi Rhodes (England) — die Überraschung mit Substanz: Rhodes gewann 2025 dreimal auf der LET und gilt laut Nordqvist als „erfahrene Matchplayspieler-Persönlichkeit und echte Kämpferin." Die Engländerin selbst: „Es ist immer ein Traum gewesen, beim Solheim Cup zu spielen. Das übertrifft alles, was ich mir je vorgestellt habe."
Die schwierigste Nichtberücksichtigung war jene der Schweizerin Chiara Tamburlini, die Nordqvist sichtlich Respekt abrang: „Die Entscheidung rund um Chiara war wahrscheinlich die schwierigste... wir glaubten, Mimi hatte in diesem Jahr die bessere Form. Chiara ist eine großartige Spielerin."
Vier Rookies: Unbekümmertheit als Waffe
Mit Lottie Woad, Julia Lopez Ramirez, Nastasia Nadaud und Mimi Rhodes schickt Europa so viele Debütantinnen in einen Solheim Cup wie seit Jahren nicht mehr. Nordqvist macht daraus eine Stärke: „Die Rookies spielen überhaupt nicht wie Rookies. Sie bringen eine großartige Einstellung und Positivität mit. Die Art, wie diese Spielerinnen spielen — sie sind so furchtlos."
Besonders heraus sticht Lottie Woad: In ihrer ersten vollen Profisaison hat sich die Engländerin bis in die Weltranglisten-Top 10 gespielt — für eine Debütantin ein außergewöhnlicher Status und ein potenzieller Trumpf in den Foursomes und Fourballs.
Esther Henseleit: Deutschlands Vertreterin mit dem Dramamoment
Für das deutschsprachige Publikum steht Esther Henseleit im Mittelpunkt. Die 27-Jährige bestreitet in den Niederlanden ihren zweiten Solheim Cup — nach ihrer Premiere, bei der sie eine Bilanz von einem Sieg, einer Niederlage und einem Unentschieden einfuhr. Keine Unbekannte auf der großen Bühne, aber eine, die diesmal mit einer besonderen Geschichte anreist.
Bis zuletzt war ihr Platz auf der LET-Punkteliste nicht sicher. Entschieden wurde alles an der AIG Women's Open, dem letzten Majorturnier der Saison: Mit einem Birdie aus rund zwölf Metern am 72. Loch erzwang Henseleit eine Playoff-Situation und beendete das Turnier als Zweite. Dieser Auftritt hievte sie auf 134 Punkte in der LET-Wertung — und ließ sie Chiara Tamburlini um hauchdünne 0,9 Punkte davonziehen. Dramatischer geht es kaum.
Im Gefüge des Teams zählt Henseleit zu den erfahreneren Spielerinnen. Als Nichtrookie kann sie Nordqvist in den Teamformaten verlässliche Paarungen anbieten. Ihre Stärken liegen im Ballschlagen — eine Qualität, die im alternierenden Schlag der Foursomes besonders gefragt ist.
Stärken und Schwächen im Überblick
Stärken: Das Team vereint erfahrene Veteraninnen wie Carlota Ciganda, Charley Hull und Leona Maguire mit einer Rookie-Gruppe, die offensichtlich keine Scheu vor großen Momenten kennt. Das Heimspiel auf europäischem Boden dürfte für lautstarken Rückenwind sorgen. Und die jüngere Geschichte spricht für Europa: In drei der letzten vier Ausgaben hat Europa den Solheim Cup gewonnen oder verteidigt.
Schwächen: In der Weltrangliste ist Team USA — angeführt von Weltranglistenerster Nelly Korda — insgesamt stärker besetzt. Vier Rookies unter dem elektrisiierenden Atmosphärendruck eines Solheim Cups bleiben eine Unbekannte. Und ob die Nichtberücksichtigung von Chiara Tamburlini die richtige Entscheidung war, wird sich erst im Wettbewerb zeigen.
Das vollständige Team Europa
- Charley Hull (England) – Qualifiziert via LET-Punkte
- Esther Henseleit (Deutschland) – Qualifiziert via LET-Punkte
- Lottie Woad (England) – Qualifiziert via Weltrangliste | Rookie
- Maja Stark (Schweden) – Qualifiziert via Weltrangliste
- Céline Boutier (Frankreich) – Qualifiziert via Weltrangliste
- Carlota Ciganda (Spanien) – Qualifiziert via Weltrangliste
- Linn Grant (Schweden) – Qualifiziert via Weltrangliste
- Nanna Koerstz Madsen (Dänemark) – Qualifiziert via Weltrangliste
- Leona Maguire (Irland) – Captain's Pick
- Julia Lopez Ramirez (Spanien) – Captain's Pick | Rookie
- Nastasia Nadaud (Frankreich) – Captain's Pick | Rookie
- Mimi Rhodes (England) – Captain's Pick | Rookie
Die Turnierwoche des Solheim Cup 2026 beginnt am 7. September, die Matches starten am 11. September auf Bernardus Golf. 28 Punkte werden in Foursomes, Fourballs und Einzeln vergeben — 14,5 Punkte genügen zum Sieg. Europa tritt als Herausforderer mit Heimvorteil an.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell geprüft.
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