
Die PGA Tour stellt ihr neues System für 2028 vor. Nur 90 Spieler sind sicher, 20 steigen auf – und für LIV-Stars bleiben wichtige Fragen offen.
Die PGA Tour nimmt bei ihrer geplanten Neuordnung für 2028 weiter Form an. Am Dienstag wurden weitere Details zum neuen Wettbewerbsmodell bekannt. Künftig soll die Tour aus einer Championship Series und einer darunter angesiedelten Challenger Series bestehen. Auf- und Abstieg sollen dabei für deutlich mehr sportlichen Druck sorgen.
Im Mittelpunkt steht die Zahl 90: Von den 120 Spielern der Championship Series sollen sich künftig nur die besten 90 direkt für die folgende Saison qualifizieren. Wer diese Marke verpasst, steigt in die Challenger Series ab. Gleichzeitig erhalten die besten Spieler der zweiten Liga die Chance auf den Aufstieg.
Top 20 der Challenger Series steigen auf
Die Challenger Series soll dabei nicht lediglich als Auffangbecken für relegierte Spieler dienen, sondern als direkte Sprungplattform zur höchsten Ebene. Die besten 20 Spieler der Saison erhalten einen Platz in der Championship Series. Zudem reicht es für einen direkten Aufstieg, innerhalb einer Saison zweimal ein Turnier der Challenger Series zu gewinnen. Die Felder der Challenger Series sollen grundsätzlich aus 144 Spielern bestehen.
Neben relegierten Akteuren gehören unter anderem die besten Spieler der vorherigen Saison, erfolgreiche Korn-Ferry-Tour-Spieler und Gewinner von Challenger-Turnieren zum Teilnehmerfeld. Auch die PGA Tour University bleibt ein Bestandteil des Systems. Der beste College-Spieler nach den NCAA Championships erhält einen Platz in der Championship Series. Die Plätze zwei bis fünf berechtigen zur Teilnahme an der Challenger Series.
Neue „Last Chance“-Serie um drei Tickets
Besonders spannend wird der Kampf um die letzten Plätze in der Championship Series. Im Herbst soll eine neue „Last Chance“-Serie mit mindestens vier Turnieren ausgetragen werden. Drei Spieler können sich darüber noch eine Karte für die höchste Ebene sichern. Teilnehmen dürfen unter anderem relegierte Championship-Spieler, nicht aufgestiegene Challenger-Akteure sowie ausgewählte Spieler von der Korn Ferry Tour, PGA Tour University und aus der Q-School.
Damit entsteht ein System, in dem ein schwaches Jahr nicht zwangsläufig das Ende auf der PGA Tour bedeutet. Gleichzeitig müssen Spieler künftig regelmäßig Leistung nachweisen, um ihren Platz dauerhaft zu behalten.
Große Namen erhalten eine Hintertür
Trotz des neuen sportlichen Prinzips gibt es allerdings Sonderregelungen für die erfolgreichsten Spieler der Vergangenheit. Wer Ende 2027 zu den Top 50 der ewigen PGA-Tour-Geldrangliste gehört, erhält eine einmalige Karrieregeld-Ausnahme für die Championship Series. Die Regel kann allerdings nur einmal genutzt werden und setzt voraus, dass der Spieler 2027 mindestens 15 Turniere bestreitet. Eine dauerhafte Absicherung ist damit nicht vorgesehen.
Auch für Turniersieger gelten besondere Regeln. Ein Sieg bei einem Championship-Series-Turnier, der Players Championship oder einem Major bringt eine zweijährige zusätzliche Spielberechtigung für die Championship Series. Mehrere Siege in einer Saison verlängern diese Frist jedoch nicht mehrfach.
FedExCup entscheidet über den Start 2028
Besonders wichtig ist die Saison 2027, denn sie entscheidet maßgeblich darüber, wer überhaupt Teil des neuen Systems wird. Die besten 70 Spieler der FedExCup-Wertung nach der Tour Championship erhalten einen Platz in der Championship Series 2028. Zusätzlich werden die besten 95 Spieler der anschließenden FedExCup Fall-Wertung berücksichtigt. Auch die Saison 2026 hat bereits Auswirkungen auf das neue Modell: Die 30 Spieler, die in diesem Jahr die FedExCup-Playoffs als Top-30 abschließen, sichern sich ebenfalls einen Platz für die Championship Series 2028.
Hinzu kommen unter anderem die zehn besten Spieler der Korn Ferry Tour sowie weitere Qualifikationswege über PGA Tour University, PGA Tour Americas und medizinische Ausnahmen.
Fragezeichen bei LIV Golf bleiben bestehen
Offen ist dagegen weiterhin, wie Spieler aus dem LIV-Golf-Lager künftig zurückkehren könnten. Die PGA Tour hat bislang keinen konkreten Weg für LIV-Spieler in das neue System festgelegt.
Auch die mögliche Einbindung der DP World Tour ist noch nicht abschließend geklärt. Die PGA Tour erklärte, dass der Zugang für besonders erfolgreiche Spieler der europäischen Tour im Rahmen der weiteren Gespräche über die Strategic Alliance geprüft werde. Damit bleibt insbesondere für ehemalige PGA-Tour-Stars wie Jon Rahm, Bryson DeChambeau, Dustin Johnson oder Phil Mickelson die Frage offen, welchen Weg sie in das neue Modell nehmen könnten, sollten sie LIV Golf verlassen.
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