
Vor der Alfred Dunhill Links Championship wurde der Old Course umgebaut: längere Tees, neue Bunker und eine wiederbelebte historische Spiellinie an der 16.
Der Old Course zeigt sich in neuem Gewand
Der berühmteste Golfplatz der Welt verändert sich, behutsam, aber spürbar. Kurz vor der Alfred Dunhill Links Championship, die vom 1. bis 4. Oktober 2026 in St Andrews, Carnoustie und Kingsbarns ausgetragen wird, hat der Old Course eine Reihe gezielter Anpassungen erhalten. Neue Abschläge, zusätzliche Bunker und eine wiederhergestellte historische Spiellinie sollen die Tour-Profis vor neue strategische Fragen stellen.
Die Arbeiten sind der erste Schritt eines mehrjährigen Programms. Mit ihm soll der Platz auf die 155. Open Championship vorbereitet werden, die 2027 wieder in St Andrews stattfindet.
57 Yards mehr und ein deutlich längeres Eden-Loch
An den Bahnen 5, 6, 7, 10, 11 und 16 wurden Abschläge nach hinten verlegt. Insgesamt wächst der Old Course dadurch um 57 Yards auf nun 7.375 Yards. Besonders auffällig ist die Veränderung am elften Loch, dem legendären Par 3 „Eden“. Es misst jetzt rund 195 Yards und soll damit deutlich länger sein als bisher. Wie lang die Bahn vor dem Umbau genau war, ist allerdings nicht offiziell bestätigt.
Dazu kommen nach Angaben der Verantwortlichen vier neue Bunker. Zwei davon liegen am 16. Loch links neben dem berühmten Bunkerkomplex aus „Principal's Nose“ und „Deacon Sime“. Je ein weiterer Bunker wurde an Bahn 6 und Bahn 10 angelegt, und zwar genau dort, wo die Abschläge der längsten Spieler landen. Am zweiten Loch wurden zudem die Fairwaybunker versetzt. Sie liegen nun weiter vorn und weiter links.
Historische Spiellinie an der 16 kehrt zurück
Die vielleicht spannendste Änderung betrifft das 16. Loch. Das Fairway wurde verbreitert, und die historische Spiellinie auf der linken Seite ist zurück. Diese Route war über Jahrzehnte verloren gegangen, weil sich die Fläche nach und nach in Rough und Fescue verwandelt hatte. Nun wurde der Bereich wieder in Fairway-Rasen umgewandelt. Die Spieler haben damit eine zusätzliche Option vom Tee, die allerdings durch die neuen Bunker abgesichert ist.
Geplant und begleitet wurden die Arbeiten vom Architekturbüro Mackenzie & Ebert. Die R&A spricht von einem „Programm aus Verbesserungen und Restaurierung“. R&A-Chef Mark Darbon hatte bereits im Oktober 2025 betont, man gehe dabei mit tiefem Respekt vor der unvergleichlichen Geschichte des Platzes vor. Parallel dazu wird die Bewässerungsanlage modernisiert, damit die Rasenpflege effizienter wird.
Jon Wood: „Etwas anderes zum Nachdenken“
Verantwortlich für die Umsetzung auf dem Platz ist Jon Wood, der zehnte „Keeper of the Green“ des Old Course. Diese Ahnenreihe reicht bis zu Old Tom Morris im Jahr 1864 zurück. Wood kam 2006 als Stellvertreter nach St Andrews und wurde 2023 zum Keeper befördert. Director of Greenkeeping beim St Andrews Links Trust ist Sandy Reid.
Nach Woods Worten sollen die Änderungen vor allem mehr strategisches Spiel bringen. Die Golfer bekämen „etwas anderes zum Nachdenken“. Gerade für die Longhitter wird es schwieriger: Wer den Ball weit schlägt, muss an der 6 und der 10 künftig genauer zielen.
Jarvis führt vor dem Finale, MacIntyre sechs Schläge zurück
Sportlich ist beim Pro-Am-Klassiker, bei dem jeweils ein Profi mit einem Amateur ein Team bildet, vor der Finalrunde auf dem Old Course alles angerichtet: Der Südafrikaner Casey Jarvis führt mit 18 unter Par, zwei Schläge vor Matthew Jordan und Adrian Meronk. Sepp Straka liegt nach einer 64 auf Rang sieben, Titelverteidiger Robert MacIntyre folgt mit zwölf unter Par als geteilter Achter. Der Schotte müsste vor heimischem Publikum sechs Schläge aufholen, um zum zweiten Mal in Folge zu gewinnen.
Am Ende der Woche werden die Profis zeigen, wie sehr die neuen Bunker und Abschläge den Old Course tatsächlich verändern. Für die Open 2027 dürfte die Dunhill-Woche jedenfalls ein erster wichtiger Test sein.
The post Old Course im Wandel: Neue Bunker und längere Tees in St Andrews appeared first on Golf Post.
